Herren

European Championship 2010
Spielbericht - Day 1: Deutschland - Österreich

Samstag, 24. Juli 2010 - 19:30 Uhr

Deutschland Österreich
Deutschland
Österreich
10
0
3
6
7
7
2
7
22
20

Commerzbank Arena
Zuschauer:
7.200

Scoring:

7 : 0R.Zoller - 9 Yard Pass von D.Zimmermann (PAT J.Hilgenfeldt)
10 : 0J.Hilgenfeldt - 44 Yard Field Goal
10 : 6A.Ponce de Leon - 18 Yard Lauf (PAT P.Kramberger blocked)
13 : 6J.Hilgenfeldt - 14 Yard Field Goal
13 : 13A.Kliman - 47 Yard Pass von C.Gross (PAT P.Kramberger)
20 : 13D.Hanselmann - 20 Yard Pass von J.Ullrich (PAT J.Hilgenfeldt)
22 : 13Safety
22 : 20J.Dieplinger - 37 Yard Pass von C.Gross (PAT P.Kramberger)

Bericht:
Geschrieben von Matthias Saisch



#84 WR Niklas Römer läuft zum First Down


#85 WR Dominic Hanselmann on Tour


Taktikbesprechung des deutschen Teams


# 15 WR Armando Ponce de Leon unter Bedrängnis

#8 QB Christoph Gross kurz vor dem Pass


#2 RB Danny Washington tankt sich durch


Freude nach dem Sieg

© aller Bilder - Frauke Ballin
Im Eröffnungsspiel der Europameisterschaft trennen sich Deutschland und Österreich nach einem hochdramatischen Ende mit 22:20 zu Gunsten des Gastgebers.

Fotogalerie von Frauke Ballin

Deutschland zuerst in Ballbesitz begann super nervös. Ein False Start im ersten Spielzug, fast eine Interception im zweiten Spielzug und vor dem dritten Spielzug die erste Auszeit.  Diese war scheinbar nötig, denn danach kam Deutschland toll ins Spiel und haute mit Dennis Zimmermann einen tollen Pass nach dem anderen raus. Aus 9 Yard Distanz war es schließlich Radko Zoller, der für das deutsche Team den ersten Touchdown fing. 7:0 nach knapp 3 Minuten Spielzeit.

Auch das Team aus Österreich begann seine erste Serie mit einem False Start. Nach einem Fumble, den sie kurz vor der eigenen Endzone grade so selber wieder recovern konnten, folgte wenig später eine Interception von QB Christoph Gross auf den deutschen Defensive Back Sebastian Schönbroich. Deutschland wieder in Ballbesitz, tief in der Hälfte der Österreicher.

Deutschland in der zweiten Serie weiter nur mit Pass unterwegs. Teilweise stand die Offense sogar ganz ohne Backfield auf dem Platz. Doch dieses Mal kamen die Pässe nicht an und Deutschland beendete die Serie mit einem 44 Yard Field Goal von Jan Hilgenfeldt zum 10:0.

Die Offense der Alpenländer wirkte im Anschluss immer noch schwer nervös. Zwar kamen nun ein paar Pässe an und einige Läufe brachten ebenfalls Raumgewinn, aber es waren auch viele Fehler im Spiel zu erkennen. Ein zweiter Fumble konnte wieder recovered werden doch kurz darauf folgte ein Riesenfehler von QB Gross. Nach einem weiteren Fumble beim Longsnap nahm er den Ball auf und pitchte Ihn völlig unverständlicher Weise genau in die Arme eines deutschen Verteidigers.

Danach folgte nach dem furiosem Start ein bisschen Ruhe. Deutschland erreicht mit dem nächsten Drive nichts und ging kurz nach einem Punt mit 10:0 ins zweite Quarter. Doch die Ruhe hielt nicht lange. Nach wenigen Sekunden im zweiten Quarter gelang der österreichischen Offense auch endlich mal ein richtig gutes Laufspiel, dass nach 18 Yard in der deutschen Endzone endete.

Deutschland im Anschluss plötzlich fast nur noch mit Laufspiel und das war deutlich weniger Erfolgreich als vorher das Passpiel. Dazu fand Österreich nun deutlich besser ins Spiel und das Spiel wirkte zum ersten Mal so ausgeglichen, wie es im Vorfeld erwartet wurde. Beide Teams egalisierten sich nun und punten den Ball munter hin und her.

Eine Interception von Leonard Greene beendet das Spielchen und brachte Deutschland „außerplanmäßig“ wieder in Ballbesitz. Die Offense nun vollkommen überraschend mit Joachim Ullrich als Quarterback. Zimmermann hatte bis dato stark gespielt und hat sich auch nicht verletzt. Doch auch Ullrich zeigte sofort eine starke Leistung, unterstützt von einer deutschen Offense Line mit einer heute schon den ganzen Tag sensationellen Pass-Protection.

Deutschland, weiter mit dem Passspiel deutlich erfolgreicher, kämpfte sich kurz vor der Pause noch einmal  bis an die gegnerische 7 Yard Line. Mit 5 Sekunden auf der Uhr erhöhte das Team dann durch ein 14 Yard Field Goal auf 13:6, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.

Deutschland hatte in der ersten Halbzeit fast doppelt so viel Possession wie Österreich, machten  daraus aber nur 7 Punkte Vorsprung. 11 Strafen für zusammen 93 Yard Raumverlust könnte einer der Gründe dafür gewesen sein.

Und das ging so weiter. Deutschland machte sich das Leben im ersten Drive der Österreicher selber schwer und hilt den Drive wiederholt durch Strafen am Leben. Österreich spielte eigentlich nicht wirklich gut, blieb aber die ersten 4:50 Minuten der zweiten Halbzeit ununterbrochen im Ballbesitz. Beendet wurde der Drive dann durch einen weiteren Fumble.

Nach einem Turnover on Downs der Deutschen 23 Yard vor der Endzone folgte kurz darauf vollkommen aus dem Nichts der Ausgleich für Österreich. Ein 47 Yard Pass von Gros auf Andrej Kliman brachte die Alpenländer zum zweiten Mal in die deutsche Endzone.

Doch Deutschland legte nun schnell nach. Ein toller Driver mit erneut toller Pass-Protection endete mit einem 20 Yard Pass von Ullrich auf Dominic Hanselmann in die Endzone. Touchdown Deutschland zum 20:13.

Nach 2 erfolglosen Serien legte Deutschland den Ball nach einem klasse Punt an die 8 Yard Line der Österreicher. Die kamen nicht aus der Situation raus und ein Holding in der Endzone resultierte im dritten Versuch in einem Safety für Deutschland.

Gut 7 Minuten vor Schluss war das Momentum damit nun klar auf Deutscher Seite. Obwohl die deutschen nach einem 3-and-out erstmal nicht viel daraus machen konnten, schien es jetzt so, als sollten die Männer aus der Alpenrepublik dieses Spiel nicht mehr gewinnen können.  Zwei Scores in 6 Minuten, dazu müssten sie den Spielverlauf nun komplett auf den Kopf stellen.

Eigentlich war das, was die Österreicher dann machten, auch viel zu zeitaufwändig. Über drei Minuten dauerte der Drive, aber er endete in einem Touchdown für Österreich. Nur noch 20:22 aus Sicht Österreichs. Doch mit nur noch 2:34 auf der Uhr musste nun ein On-Side-Kick her.

Dieser gelang nicht und damit hatte es Deutschland nun entgültig in der Hand, das Spiel nach Hause zu schaukeln. Aber, das Laufspiel funktionierte bereits das ganze Spiel über nicht besonders und das sollte sich auch jetzt nicht ändern. 3 Spielzüge brachten nur 7 Yard Raumgewinn und Deutschland trennte sich mit 41 Sekunden auf der Uhr erneut vom Ballbesitz.

Sollte das etwa doch noch reichen für Österreich. Das Spiel war nun an Dramatik kaum zu überbieten. Österreich bewegte den Ball mit mehreren langen Pässen bis in die Deutsche Hälfte, doch ein Pass in die Endzone bei auslaufender Spieluhr wurde von der deutschen Abwehr deflected.


Deutschland gewinnt letztendlich verdient. Das Team hatte schlicht mehr vom Spiel gab unter anderem durch 18 Strafen für 129 Yard aber ein ums andere Mal zu viel wieder ab. Positiv bleibt besonders die Pass-Protection der deutschen Offense im Kopf. Ein ums andere Mal konnte Ullrich in aller Ruhe in der Pocket stehen und seine Receiver suchen. 13 vollständige Pässe für 172 Yard bei 19 Passversuchen standen am Ende auf seinem Konto. Eine beeindruckende Bilanz.

Österreich spielte besonders in der ersten Hälfte viel zu nervös und musste durch ständige Fumbles immer wieder Rückschläge hinnehmen. Dass es am Ende fast doch noch geklappt hat lag vor allem an der Laufverteidigung, die den deutschen Lauf voll im Griff hatte und somit verhinderte, dass Deutschland die Uhr runter spielen konnte.

Deutschland unterstreicht mit dem Sieg über Österreich seine Favoritenrolle und das Finale rückt in Greifbare Nähe. Zwar sollte man Finnland im zweiten Spiel nicht unterschätzen, trotzdem dürfte das schwerste Spiel des Gastgebers nun erfolgreich der Vergangenheit angehören.


Offizielle Statistik (bereitgestellt vom AFVD)

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